Sardinien

Hallo liebe Leser,

unsere letzte Reise ging Mitte Juni auf die zweitgrößte Insel des Mittelmeers, Sardinien. Die Insel bildet zusammen mit einigen anderen kleineren vorgelagerten Inseln eine autonome Region Italiens mit ca. 1,6 Millionen Einwohnern. Man möchte sich hierzulande vom Rest Italiens ein wenig abheben, die Regeln nicht so streng sehen und vor allem die Natur so unberührt wie möglich lassen. Die Insel ist sehr bergig und durchzogen von schönen Serpentinenstraßen und somit ein Traum für viele Motorradfahrer. Sardinien ist ebenso geprägt von schönen Stränden, Landschaften und ist ein einziges Naturreservat mit vielen Tieren und Pflanzen. Die Strände waren zu unserer Reisezeit sehr leer und nach unserer Wahrnehmung waren auf Sardinien auch überdurchschnittlich viele junge Familien mit ihren Kindern.

‘Klick’ auf eines der nachfolgenden Bilder, um die Diashow zu starten.

Am Sonntagabend 14.06. sind wir mit Air Berlin nonstop in 90min von Nürnberg nach Olbia geflogen. Wir sind in Olbia mit unserem komplett ausgebuchten Flieger kurz nach Sonnenuntergang gelandet und haben anschließend unseren vorher bei Europcar gebuchten Mietwagen an der Station abgeholt. Für unseren einwöchigen Sardinien Urlaub hatten wir uns auf die nördliche Hälfte der Insel festgelegt. Es war eine sehr gute Entscheidung, sich auf einen gewissen Bereich festzulegen und nicht zu versuchen, die komplette Insel innerhalb einer Woche zu erkunden. Unser Reiseführer hatte für eine komplette Inselumrundung, mit Entspannung, Landesinnere anschauen usw. ca. 4 Wochen empfohlen. Unsere erste Unterkunft war das mediterrane Agriturismo Li Teggi im Nordosten der Insel. Es liegt bei San Teodoro, etwa 5 km im Hinterland und ist auf einer kleinen Anhöhe mit freiem Blick auf Land und Meer gelegen. Es war dort wunderschön, ruhig und in mitten der Natur. Die Anfahrt nach Li Teggi selbst war nicht ganz so einfach, wir hatten unser Navi zu Hause liegen lassen, das Auto hatte keines und unsere Handys waren leer. 😀 –> Also Old School Travelling mit der Karte aus dem Reiseführer. Das schwierigste war tatsächlich aus Olbia überhaupt mal rauszukommen, da alles übersät mit Baustellen war und in der Nacht alles absolut irreführend gewesen ist. Schlussendlich haben wir es geschafft und sind in San Teodoro Cittá angekommen. Dort haben wir jemanden nach dem Weg gefragt, es war zufällig ein Bekannter des Besitzers und der hatte uns sofort weitergeholfen, rief bei Pedro an und der holte uns mitten in der Nacht von der Stadt ab. Wir waren angekommen…sehr schön!

An unserem ersten Tag, haben wir erst ausgeschlafen, bei schönem sonnigem Blick aufs Meer gefrühstückt und als unser „Tagesziel“ eine kleine Erkundung der Umgebung mit Ziel in Capo Comino beschlossen. Zum östlichsten Punkt von Sardinien gelangt man von San Teodoro über die Straße ‚SS125C‘, vorbei an Posada mit ihrem Castello da Fava und Siniscola. In Siniscola haben wir in einem Straßenlokal sardisch zu Mittagessen gegessen. Es gab Piatto Sarda. Am Capo Comino angekommen sind wir die letzten 500m zum Capo auf einem schmalen, sehr unwegsamen und nicht geteerten Weg bergauf gelaufen. Als Belohnung bekamen wir eine schöne Aussicht ‚Buana Vista‘ entlang der östlichen Küste. Es wehte eine kleine Brise bei blauem Himmel und es war sehr klar. Auf dem Rückweg zu unserer Unterkunft sind wir noch kurz an ein sehr touristisches Fleckchen des langen Strandes La Cinta – San Teodoro um uns noch eine kurze Abkühlung zu gönnen. Abends waren mit Empfehlung von „Li Teggi“ im Ristorante da Silvio. Der Besitzer des Lokals, Silvio, empfahl uns die Pizza Silvio & Pizza Calzone, einen hausgemachte Mierto und abschließend einen Espresso.

Am Dienstag sind wir über die Autobahn nach Nuoro gefahren, von hier weiter nach Orgosolo und am Abend die Schleife über Orosei zurück nach San Teodoro. In Nuoro haben wir einen kurzen Spaziergang durchs Zentrum bis zum Piazza Sebastiano Satta und der Cathedral di Nuoro gemacht. An der Kathedrale gelangt man von einem kleinen Seiteneingang des Innenhofes um die Kathedrale herum nach hinten. Von hier aus hatten wir eine ganz schöne Aussicht ins Tal, denn Nuoro liegt auf etwa 550m. Unser Tagesziel waren die Murales in Orgosolo. Ein Ort von einstiger Blutrache, Banditen und Rebellionen gegen den Staat. Was die Bürger fühlen und um dies auszudrücken sind über die ganze Stadt verteilt, selbst in kleinen Seitengassen, die Murales an der Wand gemalt. Wandbilder welche die sardische Geschichte erzählen. Die Stadt selbst sieht nicht sehr schön aus, viele alte verlassene und unverputzte Häuser, bemahlt mit den Murales die es nicht so Trist aussehen lassen. Die Arbeitslosigkeit soll hier sehr hoch sein und es gab auch keine nennenswerten Läden, Geschäfte oder Industrie, was dieses Argument entkräftet hätte. Von Orgosolo sind wir die Serpentinenstraße über Oliena zum Strand von Orosei gefahren. Spaggia du su Barone. Auf dem „einsamen“ Weg dorthin, zwischen Orgosolo und Dorgali kamen uns vielleicht drei Autos, ein Wohnmobil und ein Motorrad entgegen. In Orosei haben wir noch ein paar Stunden am einsamen Sandstrand verbracht und sind dann am frühen Abend zurück nach San Teodoro. Abendessen waren wir in Lu Lioni bei L‘ Alculiciu. Es gab ein fantastisches sardisches Menü für 30€. Alles inbegriffen. Vorspeise, Hauptgericht, Nachspeise, Getränke, Espresso, Schnaps , einfach alles. Super super lecker! Der Hammer!

Am Mittwoch waren wir einfach nur am Strand. San Teodoro – Spiaggia Salinedda. Abends machten wir einen Spaziergang durch San Teodoro Citta und waren Essen in einem kleinen Gartenrestaurant – Ristorante Da Fabio.

Am Donnerstag stand für uns der Locationwechsel an. Transfer mit dem Mietwagen von San Teodoro über Olbia nach Alghero. Das sind insgesamt ca. 175 km. Eine wunderschöne Landschaft und aufgrund der noch „milden“ Temperaturen waren alle Felder, Bäume und Wiesen noch sehr saftig. Die Bauern waren gerade dabei ihre Großen Felder zu dreschen. Auf dem Weg nach Alghero sind wir an der Kirche San Pietro di Sorres und an dem Nuraghne Santu Antine vorbei. Die Nuraghnen, erbaut ca. 2000 v. Chr. erinnert irgendwie ein bisschen an Stonehenge, sie sind allerdings ein wenig jünger. Anschließend sind wir die wunderschöne Serpentinenstraße ‚SS131bis‘ bis nach Alghero gefahren um unser neues Domizil bei Gigi in seinem B&B Boipeba zu beziehen. Unser junger und aufgeschlossener neuer Gastgeber verwickelte uns sofort in eine Unterhaltung, war sehr freundlich und hilfsbereit und gab uns sofort ein paar Tipps für die anstehenden Tage und war generell sehr angenehm. Wir sind in Alghero an der Promenade bis zur Maracaibo Bar entlang gelaufen. Das sind ca. 3km. Eine coole und angesagte Strand Bar von der man sehr gut den Sonnenuntergang genießen kann. Abendessen waren wir mit Empfehlung von Gigig im Al Vecchio Mulino, im Centro storico.

Am darauffolgenden Tag gab es ein gemeinsames Frühstück mit den anderen Gästen und nach dem Frühstück sind wir über die ‚SP42‘ von Alghero nach Stintino Beach – La Pelosa gefahren. Stintino ist ein kleiner und absolut überfüllter Touristenstrand. Gigi hatte uns bereits bei Abfahrt vor einer Enttäuschung gewarnt und uns direkt ein paar Alternativen genannt. Es sieht mit dem türkisen Wasser sehr schön aus aber es ist einfach brutal voll gewesen. Dabei war nicht mal Hauptsaison. Am Strand von La Pelosa, so Gigi, gibt es häufig kein Plätzchen mehr an dem man auf dem Boden schauen könnte. Alle liegen Handtuch an Handtuch. Von weitem hatten wir uns das angesehen und dann beschlossen die Alternative direkt aufzusuchen. Vorher hatten wir aber noch Picknick eingekauft und in der ruhigen und schönen kleinen Altstadt von Stintino, im Schatten von Palmen auf einer kleinen Bank zu Mittag gegessen. Danach sind wir zum Spiaggia La Salina. Ein weißer und ewig langer Kiesstrand, nix los! Super! Bester Spot an diesem Tag und insgesamt war die Steilküste bei Porto Palmas und der Sonnenuntergang am Spiaggia Porto Ferro. Wir waren am Abend ziemlich spät zurück, so dass wir nur noch kurz eine kleine Pizzaria an der Promenade aufgesucht haben. An diesem Abend war zwar Salsa im El Tro, aber wir waren zu müde.

Am Samstag sind wir die Küstenstraße ‚SP105‘ nach Bosa runter gefahren. Sensationell – Wir lieben fahren auf der Küstenstraße. Die malerische Stadt Bosa mit ca. 8000 Einwohnern, hat oben auf dem Hügel ein kleines Castello, wo von früher die Stadt vor Angreifern verteidigt wurde und von welchem man eine gute Aussicht hat. Boas hat im Zentrum viele verwinkelte kleine Gassen und viele aneinandergrenzende Bunte kleine Häuser. Versteckt sind dazwischen hier und da kleine Cafe‘s oder Restaurant‘s. Am späten Nachmittag haben wir uns dann am Strand bei la Speranza – Spiaggia La Polina abgekühlt und ein bisschen Sonne getankt. Abendessen im Sonnenuntergang – Bar Quintilio – Für die Aussicht haben wir verhältnismäßig sehr viel gezahlt, denn die Portionen des Essens waren klein und geschmacklich nicht überzeugend. Der Wein war allerdings gut und der von Gigi empfohlene Schnaps ‚Filou e ferru‘ auch.

An unserem letzten Tag waren wir noch in der Grotta di Nettuno und am Mugoni Beach. Es war Sonntag, sehr heiß und wir hatten an der Grotte mit sehr großem Ansturm gerechnet. Vermutlich schrecken aber die einfach ca. 650 Stufen viele Leute ab. Es war nicht viel los und wir mussten auch nicht sehr lange warten. Die auch von Alghero angebotenen Bootstouren zu Grotte konnten aufgrund des starken Seeganges nicht anlegen. Am späten Nachmittag sind dann wieder Richtung Olbia gefahren, da unser Flieger um 21:30 Uhr wieder in die Heimat gehoben ist. Da war der Urlaub leider schon wieder zu Ende. Bis bald und auf Wiedersehen, schönes Sardinien.

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